Was ist Scrum Projektmanagement? Erklärung, Vorteile, Ablauf und Rollen
Scrum Projektmanagement ist ein leichtgewichtiges, agiles Framework, das speziell für die Lösung komplexer Aufgaben und die Entwicklung adaptiver Produkte konzipiert wurde. Im Gegensatz zu starren Plänen basiert dieser Ansatz auf Empirie: Transparenz, regelmäßige Überprüfung und Anpassung stehen im Mittelpunkt. Ken Schwaber und Jeff Sutherland, die Urväter dieser Methode, definieren Scrum im offiziellen Guide bewusst nicht als bloßen Prozess-Katalog, sondern als Rahmenwerk, in dem verschiedene Methoden greifen.
Hand aufs Herz: Kennen Sie das? Der Projektplan ist gerade erst freigegeben und schon holt die Realität das Vorhaben ein. In der modernen Arbeitswelt, in der Anforderungen oft volatil sind, scheitern starre Langzeitpläne häufig grandios. Genau hier setzt Agilität an. Sie ist für Unternehmen – vom Mittelstand bis zum Konzern – oft überlebenswichtig.
Dabei ist Scrum weit mehr als nur eine Ansammlung täglicher Meetings oder bunten Post-its; es ist eine Abkehr vom klassischen “Command & Control”-Management hin zu selbstorganisierten Einheiten. Erfolgreiches Scrum Projektmanagement erfordert Disziplin in den Rollen (wie Scrum Master und Product Owner) und Events (Sprints). Aus meiner Erfahrung im Projektmanagement zeigt sich: Reine Agilität reicht nicht immer aus. Hybride Ansätze, unterstützt durch professionelle Projektmanagement-Software wie PLANTA, bieten oft den entscheidenden Wettbewerbsvorteil, um die agile Welt mit den harten Fakten des Unternehmenscontrollings zu vereinen.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Scrum Projektmanagement?
- Wie funktioniert Scrum im Projektmanagement?
- Was sind die Vorteile von Scrum?
- Was sind die Nachteile von Scrum?
- Wann ist Scrum die richtige Methode?
- Welche Projektmanagement-Software unterstützt hybride und agile Scrum-Prozesse?
- Welche Rollen gibt es bei Scrum im Projektmanagement?
- Welche Artefakte gehören zu Scrum?
- Was ist der Unterschied zwischen Scrum und klassischem Projektmanagement?
- Fazit zu Scrum im Projektmanagement
- Häufig gestellte Fragen zu Scrum Projektmanagement
Was ist Scrum Projektmanagement?
Im Kern ist Scrum ein iteratives und inkrementelles Vorgehensmodell, das Unternehmen befähigt, komplexe Projekte steuerbar zu machen. Statt eines riesigen Pflichtenheftes zu Beginn wird das Produkt in kleinen, nutzbaren Teilschritten entwickelt. Dies hat nichts mit Chaos zu tun, sondern folgt einer strukturierten Flexibilität. Ursprünglich in der Softwareentwicklung beheimatet, hat sich die Scrum Methode längst emanzipiert und wird heute erfolgreich im Maschinenbau, Marketing oder in der Organisationsentwicklung eingesetzt.
Woher stammt die Scrum-Methode?
Die Wurzeln des Begriffs liegen im Rugby, wo “Scrum” (das Gedränge) für ein Team steht, das gemeinsam und geschlossen vorrückt, um den Ball ins Spiel zu bringen. Übertragen auf das Projektmanagement wurde dieser Gedanke von Jeff Sutherland und Ken Schwaber. Sie formalisierten den Ansatz Mitte der 1990er-Jahre in diversen Konferenzbeiträgen. Der endgültige Durchbruch gelang mit dem “Agilen Manifest” im Jahr 2001, das Scrum als eines der führenden Frameworks etablierte. Seit 2010 dient der regelmäßig aktualisierte “Scrum Guide” als offizielle Referenz für die korrekte Umsetzung.
Auf welchen Werten und Prinzipien basiert das agile Framework?
Das Fundament von Scrum bildet die Empirie. Wissen stammt aus Erfahrung und Entscheidungen werden auf Basis des Beobachteten getroffen. Die drei Säulen hierfür sind Transparenz (Arbeit ist sichtbar), Überprüfung (Inspektion des Fortschritts) und Anpassung (Korrektur bei Abweichungen). Damit diese Säulen tragen, leben erfolgreiche Teams fünf zentrale Werte:
- Offenheit: Das Team und die Stakeholder sind offen bezüglich der Arbeit und der Herausforderungen bei der Umsetzung.
- Mut: Die Teammitglieder haben den Mut, das Richtige zu tun und auch schwierige Konflikte oder Probleme anzusprechen.
- Respekt: Die Teammitglieder respektieren sich gegenseitig als fähige, eigenverantwortliche Personen.
- Fokus: Jeder konzentriert sich auf die Arbeit im aktuellen Sprint und die Ziele des Teams, um Verschwendung zu vermeiden.
- Selbstverpflichtung (Commitment): Das Team verpflichtet sich persönlich, die Ziele zu erreichen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Hinweis: Generative KI ist kein Wissensmodell, sondern ein Sprachmodell. Sie hat keinerlei Verständnis und kennt keinerlei Fakten für das Ergebnis, das sie generiert… KI ersetzt keine Führung und trifft keine Entscheidungen. KI unterstützt den Menschen.
Wie funktioniert Scrum im Projektmanagement?
Der Herzschlag von Scrum ist der “Sprint“. Ein Projekt wird nicht als monolithischer Block bearbeitet, sondern in feste Zeitabschnitte unterteilt, die sogenannten Timeboxes. Ein Sprint dauert in der Regel zwischen zwei und vier Wochen. Die wichtigste Regel dabei: Am Ende jedes Sprints steht ein fertiges, potenziell auslieferbares Teilprodukt (Inkrement). Dies verhindert, dass Projekte zu “Dauerbaustellen” ohne sichtbaren Fortschritt werden.
Wie beginnt der Prozess mit dem Sprint Planning?
Jeder Sprint startet mit dem Sprint Planning. Hier plant das gesamte Scrum Team die Arbeit für den kommenden Zyklus.
- Ziel: Festlegen, was im Sprint erreicht werden soll und wie die Arbeit erledigt wird.
- Input: Der Product Owner stellt die wichtigsten Einträge aus dem Backlog vor, die den höchsten Wert liefern.
- Output: Das Team erstellt das Sprint Backlog und definiert ein klares Sprint-Ziel.
- Dauer: Das Meeting ist “timeboxed”, darf also eine festgelegte Zeit (z. B. maximal 8 Stunden bei einem 4-Wochen-Sprint) nicht überschreiten.

Was passiert im Daily Scrum?
Das Daily Scrum ist der tägliche Synchronisationspunkt für das Entwicklungsteam und den Scrum Master.
- Format: Ein 15-minütiges Meeting, das idealerweise im Stehen abgehalten wird, um Fokus zu wahren.
- Zweck: Es ist kein Reporting an Vorgesetzte – das ist ein häufiges Missverständnis. Es ist eine operative Abstimmung für die nächsten 24 Stunden. Hindernisse (Impediments) werden hier identifiziert, um sie schnellstmöglich aus dem Weg zu räumen.
- Teilnehmer: Pflicht für Entwickler und Scrum Master; der Product Owner ist optional, aber oft hilfreich.
Wie wird das Ergebnis im Sprint Review geprüft?
Am Ende des Sprints findet das Sprint Review statt. Hier zeigt sich der empirische Charakter des Frameworks besonders deutlich.
- Zeitpunkt: Direkt nach Abschluss der Entwicklungsarbeit im Sprint.
- Inhalt: Das Team präsentiert das fertige Inkrement den Stakeholdern und Kunden.
- Ziel: Es wird Feedback gesammelt, und der Product Owner passt daraufhin das Product Backlog an.
- Abgrenzung: Wichtig ist, dass dies keine bloße Status-Show oder PowerPoint-Präsentation ist. Es ist ein Arbeitstermin zur Inspektion und Anpassung des Produkts.
Wozu dient die Sprint Retrospektive?
Während das Review das Produkt betrachtet, schaut die Retrospektive auf den Prozess und die Zusammenarbeit.
- Fokus: Wie hat das Team zusammengearbeitet? Waren die Prozesse effizient?
- Frage: Was lief gut? Wo gab es Reibungsverluste?
- Ergebnis: Das Team beschließt konkrete Maßnahmen für den nächsten Sprint, um die eigene Arbeitsweise zu verbessern.
Wichtiger Hinweis: Wenn Teams diese Inspect-and-Adapt-Zyklen (Review und Retro) vernachlässigen oder als Zeitverschwendung abtun, verkommt Scrum oft zu einer Reihe leerer Meetings. Nur die konsequente, schonungslose Inspektion ermöglicht die echte Steuerung, die das Framework verspricht.
Was sind die Vorteile von Scrum?
Viele Unternehmen stehen heute nicht vor der Frage „klassisch oder agil“, sondern vor der Herausforderung, beides sinnvoll zu verbinden. Steigende Komplexität und schnelle Marktveränderungen machen starre Pläne ebenso problematisch wie unstrukturierte Agilität. Scrum entfaltet seine Stärken besonders dann, wenn es als Teil eines hybriden Vorgehens eingesetzt wird – flexibel, aber mit klaren Leitplanken.
1. Hohe Flexibilität
Durch die kurzen Sprints können Unternehmen schnell auf Marktänderungen oder neues Kundenfeedback reagieren. Änderungen sind in diesem Modell keine störenden Fehler, sondern willkommene Gelegenheiten, das Produkt zu verbessern.
2. Hohe Transparenz
Durch Artefakte wie das Backlog und regelmäßige Events wie das Daily Scrum ist der Fortschritt für alle Beteiligten jederzeit sichtbar. Probleme werden nicht wie im klassischen Projektmanagement am Ende (“Death March”) sichtbar, sondern tauchen sofort auf.
3. Schnelle Ergebnisse
Das Prinzip “Time-to-Market” ist zentral. Statt monatelang im stillen Kämmerlein zu entwickeln, liefert das Team früh funktionierende Teilprodukte. Das senkt das Investitionsrisiko und ermöglicht einen früheren Return on Investment (ROI).
4. Kundenfokus
Durch die Reviews werden Stakeholder und Kunden eng in die Entwicklung eingebunden. Das Produkt wird mit dem Kunden entwickelt, nicht nur für ihn. Das vermeidet teure Fehlentwicklungen am Markt vorbei.
5. Qualitätssicherung
Die “Definition of Done” sorgt dafür, dass kein “fast fertiges” Produkt entsteht. Jedes Inkrement muss getestet und dokumentiert sein. Diese ständige Qualitätskontrolle verhindert das Anhäufen technischer Schulden.
6. Team-Motivation
Selbstorganisation und Eigenverantwortung haben einen positiven Effekt auf die Arbeitsmoral. Teams, die über das “Wie” ihrer Arbeit selbst entscheiden dürfen, sind oft engagierter und produktiver.

Was sind die Nachteile von Scrum?
So mächtig das Framework ist, Scrum ist kein Allheilmittel. Es deckt organisatorische Schwächen gnadenlos auf und erfordert oft einen tiefgreifenden Kulturwandel, der nicht über Nacht geschieht. Wer als Kind beim Bauen mit Lego gelernt hat, dass Pläne in der Realität oft anders aussehen, weiß: Improvisation ist gut, aber Struktur ist besser. Folgende Herausforderungen sollten Entscheider kennen:
1. Hoher Kommunikationsaufwand
Die enge Abstimmung und die Vielzahl an Events können zu einer “Meeting-Müdigkeit” führen, wenn sie nicht strikt moderiert werden. Diese Zeit muss produktiv genutzt werden, sonst fehlt sie bei der operativen Arbeit.
2. Schwierige Budgetplanung
Für klassisch strukturierte Organisationen ist die Budgetierung eine Herausforderung. Da der Umfang (Scope) variabel ist, sind Fixpreis-Angebote schwierig zu kalkulieren. Hier hilft oft der Ansatz: Budget und Zeit fixieren, aber den Leistungsumfang variabel halten (“Design to Cost”).
3. Gefahr von Scope Creep
Was ist Scrum ohne einen starken Product Owner? Oft ein Fass ohne Boden. Wenn Anforderungen nicht streng priorisiert werden, besteht die Gefahr, dass das Projekt ausufert (Scope Creep), da ständig neue Wünsche hinzukommen.
4. Hohe Anforderungen an das Team
Scrum benötigt erfahrene, multidisziplinäre Teams, die sich selbst organisieren können. Ein reines “Junior”-Team ohne Führung kann an der geforderten Eigenverantwortung scheitern.
5. Nicht für alle Projekte geeignet
Bei einfachen, linearen Projekten mit klaren Anforderungen (z. B. Serienfertigung oder Standard-Rollouts) erzeugt der agile Prozess unnötigen Overhead. Hier sind klassische Methoden oft effizienter.
Im hybriden Projektmanagement hat sich daher oft das Prinzip “Scope variabel, Budget und Zeit fix” bewährt, um die Planbarkeitsanforderungen des Managements mit der agilen Realität zu versöhnen.
Wann ist Scrum die richtige Methode?
Nicht jedes Projekt ist gleich. Ob Agilität sinnvoll ist, lässt sich gut mit dem Cynefin-Modell herleiten. Projektmanagement-Methoden müssen zur Aufgabe passen. Während komplizierte Aufgaben (die Expertenwissen erfordern) noch planbar sind, benötigen komplexe Aufgaben (bei denen Zusammenhänge erst im Rückblick klar sind) ein empirisches Vorgehen wie agiles Projektmanagement.
Für welche Projekte eignet sich ein rein agiles Vorgehen?
Ein reines Scrum-Vorgehen ist ideal, wenn:
- Eine hohe Unsicherheit bei den Anforderungen besteht.
- Komplexe oder neue Technologien eingesetzt werden.
- Innovation und kreative Lösungsfindung notwendig sind.
- Beispiel: Softwareentwicklung, Forschung & Entwicklung (F&E), Marketing-Kampagnen.
Wie lässt sich Scrum mit klassischem Projektmanagement kombinieren?
In der Praxis nutzen viele Unternehmen im DACH-Raum den Ansatz des “Hybriden Projektmanagements”. Dies gilt oft als “Best of Both Worlds”, stellt Organisationen aber vor Herausforderungen in der Synchronisation.
Gerade in Branchen wie dem Maschinenbau oder der Elektronik “knirscht” es häufig an einer konkreten Schnittstelle: der Synchronisation von Hardware-Meilensteinen mit Software-Sprints. Mechanische und elektronische Entwicklungsphasen folgen meist festen Terminlogiken und Freigabepunkten (Wasserfall), während Software iterativ in kurzen Zyklen entsteht. Diese unterschiedlichen Taktungen führen schnell zu Konflikten bei Abhängigkeiten, Integrationszeitpunkten und der gemeinsamen Terminsteuerung.
Der häufigste Reibungspunkt in hybriden Projekten ist die Synchronisation klassischer Hardware-Meilensteine mit agilen Software-Sprints. Diese unterschiedlichen Taktungen führen zu Konflikten bei Abhängigkeiten, Integrationszeitpunkten und der gemeinsamen Terminsteuerung.
Lösung aus der Praxis: Erfolgreiche Unternehmen etablieren einen gemeinsamen Takt über definierte Zwischenlieferungen. Statt Hardware und Software getrennt zu steuern, werden regelmäßige, termingebundene Abstimmungspunkte eingeführt. Ein Beispiel für einen solchen hybriden Ansatz zeigt der Praxisbericht von Max Frank im Bereich Stahlbetonbau. Dort werden klassische und agile Vorgehensweisen kombiniert, um sowohl strukturierte Termin- und Budgetplanung als auch flexible Aufgabensteuerung zu ermöglichen. Dadurch werden projektübergreifende Abhängigkeiten früher sichtbar und besser beherrschbar.
In PLANTA Project nutzen Kunden hierfür Quality Gates bzw. Mastermeilensteine. Diese fungieren als termingebundene Abschnittskontrollen. An diesen Punkten können Hardware-Meilensteine und Ergebnisse aus mehreren Software-Sprints zusammengeführt, bewertet und freigegeben werden. So entsteht ein verbindender Rhythmus zwischen klassischer und agiler Welt.
Welche Projektmanagement-Software unterstützt hybride und agile Scrum-Prozesse?
Die größte Herausforderung bei hybriden Modellen ist die Konsolidierung der Daten. Excel-Tabellen oder reine Agile-Tools scheitern oft daran, die Brücke zwischen Management-Sicht (Gantt) und Team-Sicht (Backlog) zu schlagen. Viele klassische Entscheider fürchten bei Scrum zudem den “Kontrollverlust” über Kosten und Endtermine, wenn Teams rein agil arbeiten.
Sicherheit für das Management ohne Micro-Controlling
Ein bewährter Ansatz in hybriden Umgebungen sind Projektstatusberichte und Trendanalysen auf Managementebene. Diese zeigen übersichtlich den Stand von Projekten und Teilprojekten in Bezug auf Termine, Kosten und Aufwände sowie deren Entwicklung im Zeitverlauf. Die Grundlage dafür sind rückgemeldete Aufwände aus den agilen Teams, die automatisch zu verdichteten Management-Informationen verarbeitet werden.
Genau hier positionieren sich PLANTA Project und PLANTA Enterprise. Als deutscher Hersteller mit Sitz in Karlsruhe entwickeln wir unsere Software seit 1980 kontinuierlich weiter. Unsere Systeme stellen diese Informationen in Form von strukturierten Statusberichten und integrierten Analysen bereit.
Mit der PLANTA Project Projektmanagement-Software profitieren Sie von:
- Verlässlicher Steuerung: Trenddarstellungen unterstützen Prognosen und Abweichungsanalysen über Projekte und Teilprojekte hinweg – Entscheider erkennen kritische Trends frühzeitig, ohne Sprint-Details mikromanagen zu müssen.
- Parallelem Management: Wasserfall-Phasen und Scrum-Sprints werden in einem Tool abgebildet.
- Echtzeit-Ressourcenplanung: Sie sehen die Auslastung über alle Projektarten hinweg.
- Datensicherheit: Verfügbar als sichere On-Premises-Installation oder in der Cloud.
Interessieren Sie sich für eine Lösung, die mit Ihren Anforderungen wächst? Werfen Sie einen Blick auf unsere Preisübersicht und Testmöglichkeiten.
Welche Rollen gibt es bei Scrum im Projektmanagement?
Im Gegensatz zum klassischen Vorgehen gibt es im reinen Scrum keinen “Projektleiter”, der Anweisungen gibt. Die Verantwortung wird stattdessen klar auf drei Rollen verteilt, was echte Selbstorganisation erst ermöglicht:
- Product Owner (PO): Er vertritt die Stimme des Kunden (“Voice of the Customer”). Der PO priorisiert das Product Backlog und entscheidet über das “Was”. Sein Ziel ist es, den Wert des Produkts zu maximieren.
- Scrum Master: Er ist ein “Servant Leader” (dienender Anführer) für das Team. Er beseitigt Hindernisse, achtet auf die Einhaltung der Scrum-Regeln und fördert die Zusammenarbeit. Er ist jedoch kein disziplinarischer Vorgesetzter.
- Entwicklungsteam: Die “Developers” organisieren ihre Arbeit selbst. Sie entscheiden über das “Wie” der Umsetzung und liefern am Ende des Sprints das Inkrement. Das Team ist idealerweise interdisziplinär besetzt, um alle Aufgaben erledigen zu können.
Realitäts-Check: Das Ressourcen-Dilemma im Mittelstand
Scrum geht im Lehrbuch von dedizierten Teams aus, die zu 100 % für ein Projekt arbeiten. In der Realität des Mittelstands arbeiten Spezialisten jedoch oft in mehreren Projekten gleichzeitig (Multiprojektmanagement). Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen verlässlichem Sprint-Commitment und der Verfügbarkeit in anderen Projekten.
Wie lösen unsere Kunden diesen Konflikt?
- Realistische Kapazitätsplanung: Mitarbeitende werden nicht vollständig in Sprints eingeplant, sondern mit Kapazitätsfaktoren (z. B. 60–80 % Sprint-Anteil). So bleibt Spielraum für Linienaufgaben.
- Projektübergreifende Priorisierung: Statt jedes Projekt isoliert zu optimieren, wird die Ressourcennutzung über alle laufenden Projekte hinweg abgestimmt. In PLANTA Project erfolgt diese Priorisierung beispielsweise über Projektcodes, mit denen Projekte nach Bedeutung klassifiziert werden. Bei Engpässen wird so sofort nachvollziehbar, welche Aufgaben Vorrang haben.
Welche Artefakte gehören zu Scrum?
Artefakte dienen in Scrum dazu, Transparenz zu schaffen und den aktuellen Wissensstand für alle abzubilden. Sie sind die “Single Source of Truth”.
- Product Backlog: Die geordnete Liste aller bekannten Anforderungen (oft als User Stories). Es ist ein lebendiges Dokument, das nie “fertig” ist, sondern laufend verfeinert wird.
- Sprint Backlog: Eine Auswahl der Items für den aktuellen Sprint plus der Plan des Teams, wie diese umgesetzt werden. Es gehört allein dem Entwicklungsteam.
- Inkrement: Das am Ende des Sprints gelieferte, nutzbare Teilprodukt. Es ist die Summe aller fertigen Backlog-Items und muss zwingend die “Definition of Done” erfüllen.
Was ist der Unterschied zwischen Scrum und klassischem Projektmanagement?
Der fundamentale Unterschied liegt im Umgang mit Veränderungen. Während klassische Methoden Veränderungen oft als Störung des Plans sehen und durch Change Requests vermeiden wollen, begrüßt die agile Welt Veränderungen als Mittel zur Produktverbesserung.
Was ist der Unterschied von Scrum und Wasserfallmodell?
- Wasserfall: Das Vorgehen ist sequenziell und phasenbasiert (Analyse -> Design -> Umsetzung -> Test). Die Planung wird am Anfang fixiert, Feedback vom Kunden gibt es meist erst sehr spät. Erfahren Sie mehr über Wasserfall im Projektmanagement.
- Scrum: Hier wird iterativ und zyklisch gearbeitet. Die Planung erfolgt rollierend (“Just-in-Time”), und das Feedback fließt kontinuierlich ein.
Was ist der Unterschied von Scrum und Kanban?
- Gemeinsamkeit: Beide Methoden sind agil, setzen auf Transparenz und nutzen Pull-Prinzipien.
- Scrum: Arbeitet mit einer festen Taktung (Sprints) und klar definierten Rollen.
- Kanban: Setzt auf einen kontinuierlichen Fluss (Flow) ohne zwingende Zeitboxen. Der Fokus liegt hier auf der Begrenzung der parallelen Arbeit (WIP – Work in Progress). Details finden Sie in unserem Artikel zu Kanban im Projektmanagement.
Was ist der Unterschied von Scrum und Scrumban?
Scrumban ist eine Mischform, die oft als Übergangslösung oder für Wartungsteams genutzt wird. Es nutzt die Struktur von Scrum (z. B. Meetings, Rollen), übernimmt aber den Fluss-Gedanken von Kanban. Oft werden strikte Sprints zugunsten eines kontinuierlichen Lieferns (Continuous Delivery) aufgeweicht. Dies zeigt, dass Unternehmen oft bewusst Mischformen wählen, um ihre spezifischen Anforderungen zu erfüllen.
Fazit zu Scrum im Projektmanagement
Scrum hat sich als globaler Standard für komplexe Vorhaben etabliert, indem es starre Langzeitpläne durch iterative Anpassung und empirische Kontrolle ersetzt. Die Methode verteilt Verantwortung intelligent auf klare Rollen und schafft durch definierte Events wie Reviews und Retrospektiven maximale Transparenz. Dabei gilt immer der Grundsatz: Komplexität erfordert flexible Steuerung.
Für Unternehmen des gehobenen Mittelstands und Konzerne ist der Weg jedoch selten “ganz oder gar nicht”. Oft ist ein hybrider Weg – die intelligente Kombination aus klassischer Planungssicherheit und agiler Ausführung – die ideale Lösung. Die Einführung von Scrum gelingt am besten schrittweise und mit professioneller Unterstützung durch Tools wie PLANTA Project und PLANTA Enterprise. Diese verbinden die agile Freiheit der Teams mit dem klassischen Controlling-Bedarf des Managements und bieten so Sicherheit in der Transformation – Qualität “Made in Germany”.
Häufig gestellte Fragen zu Scrum Projektmanagement
Was sind die drei Säulen von Scrum?
Die drei Säulen der empirischen Prozesssteuerung sind Transparenz, Inspektion und Adaption. Transparenz bedeutet, dass der Prozess für alle sichtbar ist. Inspektion sorgt für die regelmäßige Überprüfung der Ergebnisse und Adaption ermöglicht die sofortige Anpassung bei Abweichungen. Ohne dieses Fundament verlieren die Scrum-Events ihre Wirkung.
Ist Scrum nur für IT-Projekte geeignet?
Nein, keineswegs. Zwar stammt das Framework ursprünglich aus der IT, heute wird Scrum Projektmanagement jedoch erfolgreich im Marketing, HR, Maschinenbau und in der Produktentwicklung eingesetzt. Es eignet sich überall dort, wo komplexe Probleme gelöst werden müssen und Anforderungen zu Beginn noch nicht vollständig fixierbar sind.
Was bedeutet Definition of Done bei Scrum?
Die Definition of Done (DoD) ist eine gemeinsam vereinbarte Checkliste von Kriterien, die ein Backlog-Item erfüllen muss, um als “fertig” zu gelten (z. B. getestet, dokumentiert, freigegeben). Sie sichert ein einheitliches Qualitätsverständnis im gesamten Team und schafft Transparenz darüber, wann Arbeit wirklich abgeschlossen ist.
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